Beteiligung der Kinder

Partizipation im Kindergarten meint, dass eine Teilhabe der Kinder an verschiedenen Entscheidungen im Kindergartenalltag stattfindet. Ein wichtiges Ziel dabei ist, dass die Kinder ihre eigenen Ideen, Wünsche und Bedürfnisse wahrnehmen und äußern lernen und ihre Meinung gehört und ernstgenommen wird.

Die Kinder lernen dabei, ihre Meinung zu vertreten und in der Diskussion miteinander auch andere Standpunkte zu hören, zu akzeptieren und mit der eigenen zu vergleichen.

Mitbestimmung ist ein durchgängiges und an partnerschaftlichem Dialog orientiertes Prinzip im Kindergarten und auch in der Krippe.

Beispiele aus der Praxis:

  • Im Rahmen des Frühstücks entscheiden die Kinder selbst, ob, wann und wieviel sie essen möchten.
  • An jedem 1. Mittwoch im Monat findet unser gemeinsames Frühstück statt. Aus jeder Gruppe gehen am Vortag ein paar Kinder zum Einkaufen. Am Frühstückstag bereiten alle Gruppen ihr Frühstücksbuffet vor und frühstücken gemeinsam.
  • Krippenkinder können festlegen, wer sie wickeln darf.
  • Die Gruppennamen wurden mittels einer Kinderkonferenz herausgesucht und durch eine demokratische Abstimmung entschieden.
  • Regeln, die z.B. im Werkraum gelten sollen, haben wir mit den Kindern konkretisiert und visualisiert.
  • Wunschpunkt - Tage: in den Ferien bestimmen die Kinder das Tagesprogramm.
  • Die Gruppendienste werden nach den Wünschen der Kinder gestaltet.
  • Themen, die die Kinder am meisten beschäftigen und interessieren, nehmen wir auf und gestalten daraus z.B. ein Projekt.

Portfolio-Mappen

Die Portfolio - Mappe ist eine zielgerichtete Sammlung von Dokumenten (z.B. Bilder der Kinder, Photos, Bastelarbeiten, Beschreibungen von Tätigkeiten...), die ausschließlich an den Stärken und Kompetenzen des Kindes orientiert ist.

Sie ist eine "Das bin ich!"- Mappe, die Geschichten über Individualität, Vielfalt und Wertschätzung erzählt und den Dialog über das Lernen, darüber was das Kind schon kann oder noch lernen will, was es gerne tut, was das Kind meint, denkt und was ihm wichtig ist, in den Mittelpunkt stellt. Deshalb ist sie etwas sehr Persönliches, Individuelles und gehört dem Kind und niemandem sonst. Kein Portfolio gleicht dem anderen, jedes ist ein Unikat.

Mit Unterstützung der Erzieherin oder auch selbstständig wählt das Kind aus, was es in seine Mappe aufnehmen und wie es diese mitgestalten möchte. Der Portfolio - Arbeit liegt ein partizipatorischer Gedanke zugrunde. Ohne echte Kinderbeteiligung ist sie nicht denkbar.

Beispiele aus der Praxis:

  • Fast täglich holen sich  Kinder ihre Mappe zum Einsortieren oder zum Ansehen. Dabei kommen sie mit den Erzieherinnen oder den anderen Kindern ins Gespräch. Sie erklären, was zu sehen ist, erinnern sich, zeigen Stolz und Selbstbewusstsein.
  • Kinder kommen zu den Erzieherinnen, weil sie etwas in der Mappe eines anderen Kindes entdeckt haben, was sie auch lernen wollen z.B. Schleife binden, Erst-Lese-Spiele.
  • Kinder tauschen sich mit ihren Eltern über ihre Mappe aus und so erfahren diese sehr konkret, was ihr Kind im Kindergarten macht, was es schon kann oder was es interessiert.
  • Da die Mappe etwas Persönliches ist, entscheidet das Kind, wer sie ansehen darf.